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Tips
Überzeugen Sie sich davon, dass die Waffe ungeladen ist und richten Sie nie eine Waffe auf
einen Menschen oder anderes Lebewesen, egal ob die Waffe geladen ist oder nicht!
1. Ziehen der Waffe:
Über das richtige Ziehen ist schon viel geschrieben worden.
Manch gute Tips kamen dabei rüber, aber auch Techniken, die man für das
IPSC-Schießen besser schnell wieder vergißt. Wichtig ist zuerst, das Sie
geeignetes Equipment benutzen. Ein gutes Holster ist elementar. Die meisten
Holster für die offene Klasse sind nach drei Freiheitsgraden verstellbar. Das
Holster ist so einzustellen und zu tragen, wie es für den Schützen am
komfortabelsten ist. Das Holster sollte relativ an der Seite des Körpers
sitzen, wobei die Waffe so weit es geht nach vorne zeigt. Wenn Sie nämlich die
Waffe ziehen, brauchen Sie sie nicht mehr vertikal zu verdrehen, um sauber auf
dem Ziel zu sein. Achten Sie aber darauf, daß das Griffstück nicht mehr als
50mm vom Körper weg ist (Scheckkarte sollte genau zwischen Körper und
Griffstück passen, siehe IPSC Regeln 5.2.ff). Dies gilt auch für die
Magazinhalter. Auch darf lt. IPSC-Reglement der Griffstückrücken nicht
unterhalb der Oberkante des Gürtels sein (IPSC rule 5.2.7.2).
In der Standardklasse muß das Holster hinter dem
Hüftknochen sitzen, ebenso die Magazintaschen. In der offenen Klasse setzen Sie
einen Magazinhalter genau auf die senkrechten Linie des Bauchnabels, dies
ermöglicht einen schnellen Magazinzugriff beim Wechsel. Lassen Sie Ihre Hände
mal locker hängen. Wenn Ihr Unterarm ungefähr auf dem Griffstück der Waffe
liegt, sitzt das Holster richtig (offene Klasse).
Wenn Sie ihr Holster richtig eingestellt haben, üben Sie das
Ziehen. Meistens hängen die Hände am Start locker an den Seiten herab. Ziehen
Sie die Waffe ein paar mal, so daß Sie sicher sind, sie richtig in der Hand zu
haben. Sobald Sie die Waffe greifen geht die schußschwache Hand in
Bauchrichtung und kommt der schußstarken Hand mit der Waffe entgegen. Die
beiden Hände treffen sich vor dem Körper ungefähr in Höhe des Brustbeins. Nun beginnt zusätzlich zur Aufwärtsbewegung eine erhöhte
Vorwärtsbewegung, so als ob sie mit beiden Händen und der Waffe ein Loch in
eine direkt vor Ihnen stehende Scheibe bohren wollten. Dies muß aber sehr viel
geübt werden, es werden so Ziehzeiten mit A-Treffer ab ca. 0,8 sek. möglich.
Ziehen mit anschließendem Schießen mit der schußschwachen Hand: es gibt grundsätzlich zwei
Möglichkeiten: Ziehen Sie die Waffe wie gewohnt mit der schußstarken Hand und
übergeben Sie sie der Schußschwachen, indem Sie den Daumen der schußstarken
Hand von der Waffe abspreizen und mit der schußschwachen Hand praktisch in die
schußstarke Hand hineingehen und das Griffstück umgreifen.
Eine zweite, evtl. schnellere Möglichkeit ist, beim Ziehen
das Griffstück der Waffe nur unten am Ende zu greifen, der Rest des
Griffstückes bleibt frei, die Waffe kann schneller in die schußschwache Hand
übergeben werden. Auch hier gilt: Mehrfach üben bis Sie sicher die Waffe
ziehen! Achten Sie in jedem Fall bei der Übergabe der Waffe daruf, daß der
Abzugsfinger gerade und weg vom Abzug ist.
2. Waffen- und Körperhaltung
Halten Sie die Waffe mit der Schußhand am Pistolengriff so
hoch wie möglich, den Daumen der Hand lassen Sie beim Schießen immer auf der
Flügelsicherung. So verhindern Sie, das die Sicherung aus versehen
hochgeschoben wird, z.B. bei beidseitiger Flügelsicherung. Auch beim Schießen
mit der schußschwachen Hand immer den Daumen auf der Sicherung (bei
beidseitiger Sicherung) lassen (siehe auch 4. Zielaufnahme).
Der Abzugsfinger sollte nicht irgendwo an der Waffe anliegen
außer am Abzug selbst, er muß sich frei bewegen können. Es sollte darauf
geachtet werden, daß nur der vorderste Abschnitt („Fingerabdruck“) des Fingers
auf dem Abzugsbügel liegt, nicht der erste Knick bzw. die erste Falte. So haben
Sie ein optimales „Abzugsgefühl“.
Die schwache Hand sollte unterstützend um die starke Hand
gelegt werden, so daß beide Daumen an der Seite der Waffe auf das Ziel zeigen,
ebenfalls bis direkt unter den Abzugsrahmen. Die Haltekraft sollte 60% schwache
und 40% starke Hand betragen. Umgreifen Sie die Waffe mit der starken Hand zu
heftig, sind Sie langsamer am Abzug. Ich rate auch davon ab, den Zeigefinger
der schwachen Hand beim Schießen auf den Abzugsrahmen der Waffe zu legen. Man
kann diese Technik ab und zu beobachten (auch bei Topschützen), doch ist die
Gefahr zu hoch, die Waffe zu verkanten.
Die beiden Arme werden nicht gerade gehalten, sondern etwas
angewinkelt, um den Rück- und Hochschlag der Waffe zu kompensieren.
Halten Sie den Oberkörper gerade, die Schultern nicht
verspannen (siehe auch 3. Erster Schuß schnell und akkurat). Der Oberkörper
sollte auch nicht nach hinten neigen, da man sonst die Waffe im Schuß nicht
optimal kontrollieren kann.
Arbeiten Sie immer mit dem Oberkörper, nicht mit dem Armen
allein. In einem Laufparcour z.B., in dem Scheiben links und rechts des Weges
zu beschießen sind, werden nicht die Arme verdreht, sondern Sie richten immer
den ganzen Oberkörper auf die Scheiben aus.
Ein kleines Beispiel soll die Oberkörperbewegung
veranschaulichen: Es wird ein Speed-Shoot mit vier IPSC Targets, aufgestellt im
Halbkreis vor Ihnen, geschossen. Gehen wir mal davon aus, daß Sie diese Übung
von links nach rechts schießen. Sie richten sich mit dem gnazen Körper auf die
3. Scheibe aus, d.h. Sie stellen sich kerzengerade vor Target 3. Nun drehen Sie
nur den Oberkörper auf Target 1 und schauen ebenfalls darauf. Nach dem
Startsignal beschießen Sie die Scheiben von links nach rechts (oder umgekehrt,
dann richten Sie sich nach Target 2 aus und drehen den Oberkörper auf Target
4). Durch die Ausrichtung können Sie schneller mit dem Oberkörper bzw. Armen
über die Scheiben gehen, da der Oberkörper wieder in die Ausgangsstellung
tendiert (natürliche Haltung), er unterstützt das Bewegen über die Scheiben von
alleine. Sie brauchen den Körper nicht mit der Schießrichtung zu „verdrehen“,
im Gegenteil, Sie entspannen quasi den Körper, das geht schneller, Sie sparen
Zeit und erreichen deutlich bessere Treffer.
3. Erster Schuss schnell und akkurat
Probieren Sie diese Methode zu Hause aus: Überprüfen Sie die
Waffe und stellen Sie sicher, daß sie ungeladen ist!
Sie haben voll aufgeholstert, das Leuchtpunktvisier ist eingeschaltet. Stecken Sie die Waffe
in das Holster, als ob Sie am Start einer Stage stünden. Nun schließen Sie die
Augen, ziehen die Waffe, bis Sie glauben in der richtigen Haltung für den
ersten Schuß zu sein. Dann öffnen Sie die Augen. Sehen Sie nun den Leuchtpunkt
in der Mitte des Leuchtpunktvisieres bzw. Kimme und Korn in einer Linie auf dem
Ziel, ist Ihre Arm- und Handhaltung in Ordnung. Sehen Sie den Punkt bzw. Kimme
und Korn nicht, wiederholen Sie diese Übung solange, bis Sie die Zielaufnahme
absolut sicher beherrschen. Sie brauchen dann im Wettkampf auf die erste
Scheibe oder auch Pepper-Popper (Stahlziel) Ihre Armhaltung oder Waffenhaltung
nicht mehr korrigieren, sie treffen sicher Ihr Ziel. Der Körper bzw. die
Muskeln haben den sogenannten „Memory Effekt“, d.h. je länger und öfter Sie die
korrekte Haltung einnehmen, desto weniger müssen Sie nachkorrigieren.
Trockentraining zu Hause bringt immens viel!
Auf dem Schießstand stellen Sie die Scheibe erst mal nicht
weiter als 7m vor Ihnen auf. Üben Sie den 1. Schuß immer wieder und beobachten
Sie die Zeitverbesserung auf Ihrem Timer! Sie sollten konstant Zeiten von ca. 1
sek. für den 1. Schuß erzielen können, bei einem A-Treffer, versteht sich.
4. Zielaufnahmen / Transitions von Scheibe zu Scheibe
Diese Übung ist dafür gedacht, die Geschwindigkeit der
Zielaufnahme von mehreren Scheiben zu erhöhen.
Stellen Sie sich drei Scheiben auf, der Abstand der
Scheiben variiert (1. Scheibe, 2. Scheibe 1,5m daneben, 3. Scheibe 2,5m neben der 2.)
Sie beschießen die erste Scheibe mit zwei Schuß in die A-Zone (Zeit spielt erst mal keine Rolle),
die 2. Und 3. Scheibe ebenfalls mit 2 Schuß in die A-Zone. Achten Sie dabei
darauf, daß Sie die Zielaufnahme von Scheibe zu Scheibe (schwingen) so schnell
Sie können vornehmen.
Wichtig ist dabei, daß Sie die Waffe nicht abrupt stoppen, wenn Sie auf der nächsten Scheibe sind,
sondern die Waffe kurz vorher beim ‚Schwingen‘ abbremsen und in die Scheibe
hineingleiten. Sie benötigen sonst zu lange, den Leuchtpunkt ruhig auf das Ziel
zu bekommen und die Gefahr besteht, daß unsaubere Treffer entstehen.
Bei den Doubletten auf die Scheibe lassen Sie sich erst mal Zeit.
Wiederholen Sie die Übung öfter. Dann beginnen Sie mit der
mittleren Scheibe und schwingen auf die 1. Und dann auf die 3. Scheibe und
umgekehrt. Auch dies öfter wiederholen. Vergleichen Sie die Zeit auf dem timer.
Sie sollten diese Übung in unter 3,5 Sekunden bequem schießen können (mit
sauberen Treffern!). Dann wiederholen Sie
die Übungen, nun aber nur mit der starken Hand! Tip: Die Schießhand darf lt.
Reglement nicht unterstützt werden. Umfassen Sie mit der schußschwachen Hand
ein Magazin in Ihrem Magazinhalter! (Es könnte ja mal ein Magazinwechsel
vorgeschrieben sein).
Am besten ist es, wenn Sie sich mit dem kompletten Körper etwas versetzt in Richtung auf das Ziel
stellen, also in den Schuß „reingehen“ (wichtig bei Standard-Übungen). Dann folgt die Übung
nur mit der schußschwachen Hand. Versuchen Sie, Ihre beim ersten Durchgang
geschossene Zeit ständig zu verbessern. Achten Sie darauf, daß Sie den Daumen
der schußschwachen Hand auf die Flügelsicherung der Waffe legen (sofern die
Waffe eine beidseitige Sicherung besitzt, was sehr zweckmäßig ist).
So ist gewährleistet,
daß die Flügelsicherung während der Schußabgabe nicht durch den Daumen
hochgedrückt wird und einrastet. Folge: Die Waffe blockiert (dies gilt natürlich
auch für das Schießen mit der Schußstarken Hand!).
5. Schiessen durch Öffnungen und Fenster
Es kommt sehr häufig
vor, daß man während einer IPSC-Übung (Stage) durch verschiedene Öffnungen und
Fenster hindurch Scheiben und Stahlziele beschießen muß. Je nachdem, wie groß
und in welcher Höhe diese Öffnungen sind, sollte man mit der Schießtechnik
variieren.
Tiefe Öffnungen (in Bodennähe): Meistens muß durch diese Öffnungen liegend geschossen werden.
Nehmen wir an, Sie laufen in einer Übung auf eine solche Öffnung mit der Waffe
in der Hand zu. Achten Sie darauf, daß Sie den Finger von Abzug nehmen, sobald
Sie mehr als einen Schritt laufen und dabei keine Ziele beschießen. Beim
Hinlegen stützen Sie sich am besten mit der Nicht-Schußhand auf dem Boden ab
und halten dabei die Waffe schon in Richtung der zu beschießenden Ziele, auf
jeden Fall aber in die sichere Richtung (Kugelfang). Der meist zulässige
Sicherheitswinkel von 180° ist nämlich schnell mal überschritten. In dem
Moment, in dem Sie sich mit der schußschwachen Hand auf dem Boden abstützen,
sollten die Knie und der Ellenbogen der schußstarken Hand den Boden berühren.
Sobald der Kontakt mit dem Boden stattgefunden hat, wird die erste zu
beschießende Scheibe anvisiert und unmittelbar der erste Schuß abgegeben.
Sie können sich mit
dem ganzen Körper auch etwas schräg zur Barrikade oder Wand an die Öffnung
legen, um dadurch eine komfortablere Schießhaltung zu erreichen.Beim Aufstehen
stützen Sie sich zügig mit der schußschwachen Hand ab und kommen auf die Beine.
Auch hier wieder: Achten Sie auf die Waffe, der Finger ist deutlich sichtbar
weg vom Abzug und sie zeigt in Richtung Kugelfang.
Öffnungen in mittlerer Höhe: Wenn Sie auf die Öffnung
zulaufen, avisieren Sie schon bevor Sie durch die Öffnung hindurchsehen können,
das zu beschießende Ziel. Ist das Ziel vorher nicht sichbar, richten Sie schon
im Laufen die Waffe auf den Punkt, wo sich das zu beschießende Ziel befindet
(Sie haben sich im Briefing die einzelnen Positionen der Scheiben schon gut eingeprägt!).
So bald Sie an der Öffnung sind und die Scheibe sehen, schießen Sie. Versuchen
Sie, so weit möglich aus der Hocke zu schießen.
Öffnungen in Kopfhöhe: Sie beschießen die Scheiben ganz normal wie in einer Box, avisieren
Sie aber die Scheiben schon bevor Sie sie durch die Öffnungen sehen! Das spart
Zeit bei der Zielaufnahme.
6. Startpositionen
Sobald Sie die letzte
Scheibe aus der Startposition beschießen, neigen Sie bereits Ihren Körper in
Laufrichtung und unterstützen dabei den Start von der Startposition. Welchen
Fuß Sie dabei anheben kann variieren, meistens ist dies der Entgegengesetzte
zur Laufrichtung.
7. Einen Comstock Field Course einschätzen
Der Comstock Faktor beschreibt die durchschnittlichen Punkte
pro Sekunde. Eine 120 Punkte Stage z.B. hätte bei einer geschossenen Zeit von 12 sek. einen Hitfaktor von 10,0.
Ebenso ergibt eine 60 Punkte Stage geschossen in 6 Sek. einen Hitfaktor von 10,0.
Schiessen Sie nun ein „C“ auf einer „10er Faktor“ Stage –
dieses zählt 4 Punkte, wenn Sie major schießen – kostet Sie das einen Punkt der
maximal zu erreichenden Punkte auf der Übung. Hätten Sie ein „A“ anstatt des
„C“ und extra 0,10 Sekunden geschossen, wäre dies der exakt gleiche score. Der Extra
Punkt des „A“ würde vom Comstock Faktor egalisiert.
Eine „5er-Faktor“ Stage, also eine Übung, die bei z.B. 100
maximal zu erreichenden Punkten so um die 20 Sekunden geschossen wird, ist 5
Punkte pro Sekunde wert, oder 1/5 (0.20) Sekunden. Wenn Sie nun ein Miss auf
dieser Stage schießen, aber um 3 Sekunden schneller sind, haben Sie das gleiche
Ergebnis. Sind Sie noch schneller , machen Sie wieder Boden gut. Sind Sie
langsamer, kostet Sie das mehr Punkte, als Sie durch das Miss schon verloren
haben.
Also wenn Sie bei dieser Übung durch den berühmten „Klemmer“
vor dem letzten Schuß länger als 3 Sekunden um die Waffe zu „clearen“
benötigen, lassen Sie es sein. Sie verlieren durch die Zeit mehr als Sie durch
das Miss verlieren. Was man nicht vergessen darf, ist, daß ein Miss auf einem
Comstock Parcours insgesamt 15 Punkte kostet, die 10 Strafpunkte und die 5
Punkte welche Sie für ein „A“-Treffer bekommen hätten. Dies läßt folgendes
feststellen: Je niedriger der Stage Faktor, desto wichtiger ist es, „A“s zu
schießen und umgekehrt.
Je höher der Stage Faktor ist, desto wichtiger wird die
Geschwindigkeit, welche auf der betreffenden Übung an den Tag gelegt wird.
Auf einer 10er Faktor Stage sollte man also schon auf’s Gas
gehen und bei ca. 90-95 % der auf der Übung erreichbaren Punkte liegen.
Heutzutage benötigt man schon so ab 96-97 % der erreichbaren
Punkte um ein an Teilnehmern „gut bestücktes“ Match zu gewinnen.
8. Reaktion auf den Timer
Probieren Sie es auf dem Schießstand aus: Nehmen Sie Ihren
Timer und stellen sie ihn auf die Random-Funktion ein. Das Startsignal sollte
zwischen 3-6 Sekunden kommen. Nehmen Sie Ihre Waffe, laden durch und avisieren
die Scheibe. Nun drücken Sie mit der schwachen Hand den Timer. Feuern Sie den
Schuß sobald das Startsignal ertönt. Sie können nun Ihre Reaktionszeit auf dem
Timer ablesen. 0.15-0.20 Sekunden sind optimal.
Wiederholen Sie dies mehrmals bis Sie auf die gewünschte
Zeit kommen. Achten Sie nur auf den Anfang des Startsignals, nicht bis der Ton
verklungen ist. So sparen Sie Zeit und erreichen Ziehgeschwindigkeiten um 1
Sekunde im Wettkampf (was völlig ausreicht). Im Wettkampf neigt man natürlich
dazu, an den Ablauf des Parcoures selbst zu denken („...werde ich auch keine Scheibe vergessen...??), so daß man
den Startton manchmal nicht gleich optimal wahrnimmt und genau auf diesen zu
achten. Ich habe gelernt, mir den Parcour einzuprägen, so daß ich, wenn ich an
der Startlinie stehe, mich eben ausschließlich auf den Start-„Piep“
konzentriere, der Rest läuft dann ab wie ein Programm. Hier ist natürlich
Wettkampf-Erfahrung sehr wichtig.
9. Die Matchvorbereitung sowie das Verhalten während eines Matches
Als Vorbereitung: Dinge, die Sie nicht tun sollten
vor einem Match:
- Alkohol trinken
- Übermäßig rauchen
- Zu langes Aufbleiben
- Zu schwer essen
Trainieren Sie unmittelbar vor einem Match nicht mehr zu
extensiv. Ein paar mal Ziehen sowie ein paar Doubletten reichen aus. Jerry
Barnhard hat mal gesagt, er schieße die Woche vor einem großen Wettkampf gar
nicht mehr. Machen Sie sich nicht verrückt vor einem Match. Überprüfen Sie noch
mal Ihre Waffe und vor allen Dingen Ihre zu verwendende Munition. Beim
Wiederladen der Matchmunition ist äußerste Sorgfalt geboten! Schauen Sie noch
mal über alle Zündhütchen und überprüfen sie den einwandfreien Sitz. Tragen Sie
immer ein Schutzbrille beim Wiederladen!
Wenn Sie die Chance haben, sich die zu schießenden Übungen
am vorherigen Tage vor Beginn des Matches anzuschauen, machen Sie dies!
Überlegen Sie sich schon mal kurz eine Lösung, wie Sie es schießen würden. Aber
laufen Sie nicht wie beim späteren Briefing öfters hindurch. Es ist besser, die
Kräfte für das Match selber zu schonen. Machen Sie sich nur einen Überblick und
lassen sie ein paar Details vor dem Einschlafen noch mal durch den Kopf gehen.
Am morgen des Wettkampfes ist es am besten, pünktlich auf
der Range zu sein, um genug Zeit zu haben sich auf die erste Übung zu begeben.
Falls Sie noch Zeit vor dem Briefing haben, machen Sie sich etwas warm, einige
Dehnübungen schaden nicht! In der Safety-Zone schnell noch mal einen Blick über
die Waffe, ein paar Ziehübungen und zurück geht’s auf die Stage zum Briefing.
Beim Briefing ist darauf zu achten, daß man alle Details für
den Ablauf vom RO mitbekommt. Hinterher hat man Pech, wenn man etwas nicht
gehört hat, einen Fehler macht und ein „Procedural“ bekommt. Bleiben Sie immer
am RO dran, wenn er bei Briefing mit den Schützen durch die Übung geht. Sie
haben meist 5-10 Minuten (je nach Wettkampf) Zeit, durch den Parcour zu laufen
und sich die Positionen der Scheiben gut einzuprägen. Noch wichtiger ist, sich
auch die Positionen der A-Zonen einzuprägen, so daß man schnell und sauber
„A-hits“’ schießt. Kommt man z.B. in einer Übung um eine Ecke, schießt man
nicht, sobald man die Scheibe sieht und glaubt mit der Waffe drauf zu sein,
sondern man „führt“ die Waffe in die Scheibe, und aufgrund des vorherigen
Einprägens der Position von Scheibe und A-Zone wartet man ein Augenzwinkern bis
der Leuchtpunkt bzw. Kimme und Korn auf der A-Zone ist (sind), und schießt die
Doublette. Ergebnis sind meist 2 saubere A-Treffer. Wenn auch nicht mit der
besten Zeit, aber nur so mit einer gewissen Konsistenz über alle Stages im
Match erreicht man ein gutes Resultat in den Top-Rängen. Es nützt gar nichts,
„abzuladen“, also sehr geringe Zeiten zu schießen, wenn nachher schlechte
Treffer oder sogar „Miss“ oder „No-Shoots“ zu beklagen sind. Spektakulär mag‘s
ja aussehen, aber hinterher ist die Enttäuschung groß.
Schlecht ist es, auf einem Wettkampf hungrig an den Start zu
gehen. Verscheuchen Sie den Hunger durch kleine Zwischenmahlzeiten (z.B Obst).
Auf keinen Fall Lebensmittel, welche belasten (also keine Currywurst mit Pommes
zwischendurch), diese machen träge. Wichtig ist es, viel zu trinken, besonders
an heißen Tagen, Wasser, oder Isotonische Getränke (diese aber nicht
ausschließlich, immer mit Wasser, z.B. mit Zitrone, unterbrechen).
Das obligatorische „Red Bull“ am Morgen habe ich mir auch
nur allzu gerne angewöhnt, es sollte aber bei einer Dose bleiben, ebenso nicht
mehr als zwei Tassen Kaffee am morgen. Ich habe die Erfahrung gemacht, das
übermäßiger Koffein- oder auch Taurin-Genuß zu „hibbelig“, also zu aufgewühlt
macht. Die Hände werden zittrig, und zusammen mit dem Adrenalinaufbau vor dem
unmittelbaren Start geht man zwar ab wie „Schmid’s Katze“, aber die Treffer
lassen oft genug stark zu wünschen übrig.
Apropos heiße Tage: Denken Sie an ausreichend Sonnenschutz
(Sunblocker) wenn Sie draußen schießen, sonst ist bei empfindlicher Haut abends
die Überraschung groß, wenn man „leuchtet“ wie eine Erdbeere.
Zur Konzentration ist zu sagen, ohne diese geht’s nicht.
Erwischt man einen Tag, wo‘s nicht so klappt mit der Koordination, kann man
diese evtl. verbessern, indem man sich – wenn möglich – zwischen den Übungen
ein ruhiges Plätzchen sucht, sich hinsetzt und in sich geht. Damit ist gemeint:
Man schließt die Augen und versucht sich noch mal die letzte Übung vorzustellen
oder man denkt an etwas Schönes, was man vielleicht jetzt oder später gerne
machen möchte. Man kann auch in sich gehen und einfach in seinen eigenen Körper
„durchfahren“ in Gedanken, z.B. vom Fuß hinauf zum Kopf, es sich quasi
vorstellen. Wichtig dabei ist, vor dem Öffnen der Augen sich bewußt
„zurückzunehmen“. Dies nennt man „Autogenes Training“. Mann muß sich aber mit
dieser Technik ausgiebig befassen, um
später wirklich entspannt und konzentriert aus solch einer „Sitzung“
hervorzugehen.
10. Dot Drill (Matt McLearn)
Das Ziel der Übung ist es, daß jeder Schuß in den Kreisen (Dots) sitzt. Die Präzision geht
hierbei vor Zeit! Die Übung wird oben begonnen, Entfernung zur Scheibe 5-7m.
Diese Übung eignet sich sehr gut als „Aufwärmtraining“.
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